Bernd Koberling Rooted In Time Rooted In The Sky, Paintings 1992-2026
Die Buchmann Galerie freut sich, im Rahmen des Gallery Weekend Berlin 2026 eine Ausstellung mit Bernd Koberling zu präsentieren. Dies ist die erste Ausstellung des Künstlers in der Galerie.
Bernd Koberling (* 1938) zählt seit sechs Jahrzehnten zu den faszinierendsten und eigenständigsten Stimmen der deutschen Malerei. In Berlin geboren und Zeit seines Lebens, mit kurzen Ausnahmen, dort lebend, verortete sich Koberling früh mit einer gegenständlichen, expressiven Malerei gegen die Dominanz der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit und öffnete damit unter anderem den Weg für die folgende Generation der „Neuen Wilden" in den 1980er Jahren. Um 1990 löst sich der Künstler von dem figurativen Furor des Neoexpressionismus und widmet sich einer intensiven Auseinandersetzung mit der Malerei als Träger von Ausdruck zwischen Material, Farbe und Form.
Im Zentrum seiner künstlerischen Auseinandersetzung steht seit jeher die Landschaft als komplexes, intensives Erfahrungsfeld. Das Erlebnis der Isolation an Orten wie Island, die eine ursprüngliche, nicht kultivierte Natur bewahrt haben, bildet den sensorischen Resonanzraum des Œuvres des Künstlers. In diesem spielt der Maler souverän mit dem Widerspruch zwischen Figuration und Abstraktion. Seine Bildlösungen lassen abstrakte Elemente im Gegenständlichen und umgekehrt gegenständliche Aspekte im Abstrakten sichtbar werden.
Koberling malt mit dem Ziel der „Neuerschaffung eines Bildes aus Erlebniskraft und Geschautem". Die Erfahrung in der Landschaft wird so zu einem zentralen Anknüpfungspunkt für sein spielerisches Ringen um die Erneuerung der malerischen Möglichkeiten. Als Vertreter einer Generation, die noch den Kampf um die Abstraktion im Nachkriegsdeutschland führen musste, befreit er sich von ideologischen Zuschreibungen und untersucht unbeirrt die Malerei im Spannungsfeld zwischen Erneuerung und Bewahrung.
Seit 1977 verbringt er jedes Jahr Zeit auf Island, dessen Natur seine Malerei maßgeblich prägt. Hiervon erzählt auch die Farbigkeit seiner Arbeiten, ebenso wie von den vielfältigen Möglichkeiten einer Malerei, die sich ihren Mitteln öffnet, um Eindrücke von bildnerischer Intensität zu ermöglichen.
In Arbeiten mit Titeln wie „Erdstelle“, „Moosheidegestein“ oder „Flussengel“ zeigt sich, dass die Natur in einem komplexen Verhältnis zur menschlichen Existenz steht. Die Bearbeitung dieser erkenntnistheoretischen Komplexität verleiht seinem Œuvre eine singuläre Glaubwürdigkeit, die ihn in bedeutenden internationalen Ausstellungen wie „A New Spirit in Painting“ (London) und „Zeitgeist“ (Berlin) aus der Menge der Teilnehmenden hervorhob.
Die Ausstellung zeigt neben großformatigen Leinwandarbeiten aus den Jahren 1994 bis 2026 auch eine umfangreiche Serie von Aquarellen, die von intensiver Farbigkeit, breitflächigen gestischen Aktionen und konsequenter Abstraktion geprägt sind. „Je intimer das Bild, umso gröber die Mittel“, sagt Koberling. Die Aquarelle bilden große Werkkonvolute und zeigen die mystisch-romantische Seite des Künstlers.
Werke des Künstlers sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, unter anderem in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, der Kunstsammlung Deutsche Bank, FRAC Nord-Pas-de-Calais, Dunkerque, France, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin, Museum Ludwig, Köln, Museum Würth, Künzelsau, Munich Re Art Collection, Nasjonalmuseet, Oslo, Norway, Nordiska Akvarellmuseet, Skärhamn, Sweden, der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin, der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages, Sprengel Museum, Hannover, Städel Museum, Frankfurt am Main, Reykjavik Art Museum und der Vancouver Art Gallery, Vancouver.
Bernd Koberling
Geboren 1938 in Berlin. Lebt und arbeitet in Berlin.
| 1988 - 2007 | Lehrstuhl für Malerei an der UdK – Universität der Künste, Berlin |
| 1981 - 1988 | Lehrstuhl für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin |
| 1976 - 1981 | Gastdozenturen in Hamburg, Düsseldorf and Berlin |
| 1958 - 1963 | Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin bei Prof. Max Kaus |
| 2012 | Mitglied in der Akademie der Künste, Berlin |
| 2006 |
Fred Thieler Preis |
ALTANA Kulturstiftung im Sinclair-Haus, Bad Homburg
ARoS Aarhus Kunstmuseum, Arhus
Berlinische Galerie, Berlin
Deutsche Bank Kunstsammlung, Berlin
FRAC - Fonds Régional d’Art Contemporain Nord-Pas de Calais, Dunkerque
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Berlin
Hamburger Kunsthalle, Hamburg
H2 - Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, Augsburg
Kunsthalle zu Kiel, Kiel
Kunstsammlung Emden, Emden
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin
Museum Hurrle, Durbach
Museum Ludwig, Cologne
Museum Würth, Küntzelsau
Munich Re Art Collection, Munich
Nasjonalmuseet, Oslo
Nordiska Akvarellmuseet, Skärhamn
Pinakothek der Moderne, Munich
Sammlung Forum Berliner Volksbank, Berlin
Sammlung NATIONAL-BANK AG, Essen
Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin
Kunstsammlung des deutschen Bundestages, Berlin
Sprengel Museum, Hannover
Städel Museum, Frankfurt am Main
Reykjavik Art Museum, Reykjavik
Vancouver Art Gallery, Vancouver