Bernd Koberling
Malerei
Bernd Koberling
Malerei
„Ich habe die größte Klarheit und die tiefsten Glücksgefühle, wenn ich mich in der Natur aufhalte.“ Diese Aussage ist ein Beleg für die grundsätzliche künstlerische Haltung von Bernd Koberling. Sein Lebensthema ist die Landschaft, mit der der Künstler sich nun schon seit über 60 Jahren in Farbe und Form beschäftigt.
Aufgewachsen im Zweiten Weltkrieg erlebte Bernd Koberling die Bombardierung von Berlin. In den Trümmern der Ruinenstadt, so erinnerte er sich später, „blühten Lilien und andere Pflanzen“. Schon damals fokussierte sich der Blick des jungen Mannes auf die durchsetzungsfähige Natur, die sich auch gegen die Widerstände der Zerstörung ihren Platz suchte.
Mit 19 Jahren, nach einer Lehre als Koch, entschied sich Bernd Koberling, Künstler zu werden. Es waren die Jahre des gesellschaftlichen und politischen Auf- und Umbruchs der Bundesrepublik Deutschland, einer Zeit, in der die Kunst mehr und mehr politische Relevanz einforderte. Bernd Koberling studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin.
Schon 1960 gründete er, unter anderem mit dem Maler K.H. Hödicke, die Künstlergruppe „Vision“, die sich mit gegenständlich, expressiver Malerei gegen die Dominanz der abstrakten Kunst wendete und so unter anderem den Weg öffnete für die folgende Generation der „Neuen Wilden“ in den 80er Jahren um Helmut Middendorf, Salomé und Rainer Fetting. Dabei bewegte sich Koberling in seiner Malerei stets im Spannungsfeld von Figuration und Abstraktion mit dem Ziel der „Neuerschaffung eines Bildes aus Erlebniskraft und Geschautem". Die Künstlerinnen und Künstler dieser Jahre wendeten sich sowohl gegen die informelle Kunst der Vorkriegszeit als auch gegen die rein figurative Kunst. Bernd Koberling schaute auf amerikanische Vorbilder wie William de Kooning, Barnett Newman oder Helen Frankenthaler.
Und während die meisten deutschen Künstler ihr kreatives Umfeld in Großstädten wie Berlin, Köln, Düsseldorf suchten, zog es Bernd Koberling in die Natur. Seine erste und wichtigste Station war/wurde Island. Seit 1977 verbringt er jedes Jahr Zeit auf der Insel, deren Natur seine Malerei maßgeblich prägt. Er nutzt die Motive der nordischen Landschaft aus Vulkanen, Geysiren, Fjorden und Gletschern, um „das Leben“ auszudrücken.
Bernd Koberling entwickelte seinen eigenen Stil: Intensive Farbigkeit, breitflächige gestische Aktionen und konsequente Abstraktion schreiben sich als seine eigene Handschrift in die Kunstgeschichte ein. „Je intimer das Bild, umso gröber die Mittel“, sagt Koberling.
Auch technisch geht Bernd Koberling immer wieder eigene, experimentelle Wege. So spannte er in einer frühen Arbeitsphase bemalte Nesselbahnen übereinander, um Gemälden räumliche Tiefe und atmosphärische Dichte zu verleihen. Vor allem die Technik des Aquarellierens belebte er neu. Seine intensiven Aquarelle umfassen große Werkkonvolute und zeigen die mystisch romantische Seite des Künstlers.
Aber immer wieder kehrt Bernd Koberling auch zur Öl- und Acrylmalerei zurück auf ganz unterschiedlichen Malgründen wie Leinwand, Holz oder Aluminium. Werke mit Titeln wie „Gezeiten“, „Wasserleuchten“ oder „Flußengel“ zeigen, dass die Natur für Koberling das Symbol menschlicher Existenz ist. Seine eigensinnigen Werke verleihen dem Oeuvre eine singuläre Glaubwürdigkeit, die ihm in so bedeutenden internationalen Ausstellungen wie „A new spirit in painting“ in London und „Zeitgeist“ in Berlin aus der Menge der Teilnehmenden herausragen ließ.
Werke des Künstlers sind in zahlreichen öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, unter anderem in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, der Kunstsammlung Deutsche Bank, FRAC Nord-Pas-de-Calais, Dunkerque, France, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin, Museum Ludwig, Köln, Museum Würth, Künzelsau, Munich Re Art Collection, Nasjonalmuseet, Oslo, Norway, Nordiska Akvarellmuseet, Skärhamn, Sweden, der Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin, der Kunstsammlung des Deutschen Bundestages, Sprengel Museum, Hannover, Städel Museum, Frankfurt am Main, Reykjavik Art Museum und der Vancouver Art Gallery, Vancouver.
Weitere Einblicke in das Werk des Künstlers gibt die Publikation zur Ausstellung „Bernd Koberling Werke 1963-2017“, im MKM Museum Küppersmühle.
Werke (Auswahl)
Ausstellungen
Publikationen
Bernd Koberling
Geboren 1938 in Berlin. Lebt und arbeitet in Berlin.
| 1988 - 2007 | Lehrstuhl für Malerei an der UdK – Universität der Künste, Berlin |
| 1981 - 1988 | Lehrstuhl für Malerei an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin |
| 1976 - 1981 | Gastdozenturen in Hamburg, Düsseldorf and Berlin |
| 1958 - 1963 | Studium an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin bei Prof. Max Kaus |
| 2012 | Mitglied in der Akademie der Künste, Berlin |
| 2006 |
Fred Thieler Preis |
ALTANA Kulturstiftung im Sinclair-Haus, Bad Homburg
ARoS Aarhus Kunstmuseum, Arhus
Berlinische Galerie, Berlin
Deutsche Bank Kunstsammlung, Berlin
FRAC - Fonds Régional d’Art Contemporain Nord-Pas de Calais, Dunkerque
Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart, Berlin
Hamburger Kunsthalle, Hamburg
H2 - Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast, Augsburg
Kunsthalle zu Kiel, Kiel
Kunstsammlung Emden, Emden
Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin
Museum Hurrle, Durbach
Museum Ludwig, Cologne
Museum Würth, Küntzelsau
Munich Re Art Collection, Munich
Nasjonalmuseet, Oslo
Nordiska Akvarellmuseet, Skärhamn
Pinakothek der Moderne, Munich
Sammlung Forum Berliner Volksbank, Berlin
Sammlung NATIONAL-BANK AG, Essen
Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin
Kunstsammlung des deutschen Bundestages, Berlin
Sprengel Museum, Hannover
Städel Museum, Frankfurt am Main
Reykjavik Art Museum, Reykjavik
Vancouver Art Gallery, Vancouver
| 2017 |
Bernd Koberling: Werke 1964–2017, MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Duisburg Bernd Koberling: Volume of Silence. Painting 1999-2007, Altana Kulturstiftung, Bad Homburg |
| 2016 | Das Blueshorn: Gyrdir Eliasson / Bernd Koberling, Kleinheinrich |
| 1994 |
Figur. Natur, Sprengel Museum, Hannover |