Jason Martin, ‘Polychrome Futures’, Installationsansicht, Buchmann Galerie
Jason Martin Polychrome Futures
20. November 2020—13. Februar 2021

Jason Martin Polychrome Futures

20. November 2020—13. Februar 2021
Buchmann Galerie
Pressemitteilung

Die Buchmann Galerie freut sich, eine Ausstellung mit neuen Bildern von Jason Martin ( GB, *1970) zu präsentieren.

 

Seit Februar 2020 hat er sich der intensiven Vorbereitung und Entwicklung dieser Werkgruppe gewidmet, die in seiner künstlerischen Praxis eine bedeutende Veränderung markiert: Martin kehrt zum Pinsel zurück und verwendet dabei jedoch erstmals eine Farbpalette mit vielen unterschiedlichen Schattierungen und Nuancen, um Bilder von ungeheurer Tiefe und Räumlichkeit zu schaffen.

 

Die neuen polychromen Arbeiten zu betrachten gleicht einer Reise, die an der Oberfläche beginnt, uns dann jedoch immer tiefer in ein unbestimmtes Etwas hineinzieht, das in einen unergründlichen Raum mündet. Wir dringen in eine überraschende, fast gegenständliche Wirklichkeit im Bildinneren vor, so als blickten wir in ein loderndes Feuer, auf wirbelndes Wasser oder ins Eis. Die seitliche Bewegung des Pinselgestus unterstützt die vielschichtige Farbigkeit der eher transluzenten Bilder, während andere ihre Opazität bewahren.

 

Entschieden erweitert Jason Martin mit diesen Bildern seine Malerei und schreibt dazu:

 

„Mit allen seit Februar fertiggestellten Werken wird diese Einzelausstellung meiner neuen Arbeiten im Ausnahmejahr 2020 meine einzige sein. Einige wesentliche Elemente meines Schaffens vor 2013 – damals gab ich das Arbeiten mit dem Pinsel auf – wurden jetzt, nach siebenjähriger Unterbrechung, wieder aufgegriffen.

Natürlich kann ein Pinsel viele Identitäten besitzen und als Arbeitswerkzeug so geformt sein, dass er bestimmte Zwecke erfüllt – besonders, wenn er das Potenzial einer vom Arm vorgegebenen Reichweite auslotet, die üblicherweise wahrgenommenen Regeln erweitert und sowohl die Maßstäblichkeit als auch das Verhältnis zum Körper nachzeichnet. Meine Pinsel versuchen oft, eine ausgedehnte lineare Streifenbildung zu fördern – ich nenne das den Metastrich (meta stroke). 

 

Ein Strom gestischer Möglichkeiten treibt vorgefasste und eher vertraute Erkundungen der malerischen Geste weiter voran, die dann vor allem von der größeren Reichweite des Körpers zeugen. Beginnend mit dem Kubismus, signalisierte die vom Arm gesteuerte Geste Bewegung aus dem Ellenbogen. Von hier aus, wenn auch rund vierzig Jahre später, veränderte die armgesteuerte gestische Abstraktion die Geschichte der selbstreferenziellen Pinselspur. Die amerikanische Nachkriegsmalerei und die Mono-ha-Bewegung in Südkorea und Japan steuerten ihre jeweils eigene Version der späteren Hochmoderne bei. Der Einsatz des Körpers vom Handgelenk über den Ellenbogen bis zur Schulter und die durch Raum und Zeit aufgezeichneten Metaspuren haben diese Passage der Malereigeschichte nahezu leer hinterlassen.  Diese konzentrierte Vision wurzelt in der frühmodernen Ergründung der Frage, wie Gegenstand und Erzählung der Malerei von der Entscheidung abgelöst wurden, WIE man malt, nicht, WAS man malt. Indem ich mich vom perspektivischen Scheinraum löse, wie es ein Landschaftsmaler täte, der Naturansichten malt, hinterfrage ich auch weiterhin, wo sich ein imaginärer Raum mit einem unvermittelten Sinnesreiz verbindet.

 

Ich strebe von jeher nach originellen Wegen, mir eine singuläre gestische Sprache, die bisweilen als Monosprache bezeichnet wird, anzueignen und diese anzuwenden. Neue Wege des Sehens, neue Wege der Raumwahrnehmung – darum geht es mir. Als ich aufhörte, faserige Pinsel zu benutzen, hatte ich mir vorgenommen, weniger spielerische und launische Rhythmen zugunsten einer umfassenderen und rigoroser forschenden Praxis aufzugeben.

Malerei hat ihre Überraschungen und weckt, wenn sie erfolgreich ist, geheimnisvolle neue Grenzbereiche.“

 

Mit seinen Arbeiten ist Jason Martin in vielen bedeutenden privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, darunter im Hirshhorn Museum and Sculpture Garden in Washington, D. C., im Sprengel Museum Hannover, Schaufler Foundation Schauwerk Sindelfingen und im Thyssen-Bornemisza Art Contemporary in Wien.

 

Für weitere Informationen über den Künstler oder Abbildungen seiner Werke können Sie gerne jederzeit die Galerie kontaktieren.

Jason Martin, ‘Polychrome Futures’, Installationsansicht, Buchmann Galerie

Jason Martin

Born 1970 in Jersey, Channel Islands, UK. Lives and works in London and Melides, Portugal.

Ausbildung

1990–93 BA (Hons), Goldsmiths, London, UK

1989–90 Foundation Diploma, Chelsea School of Art, London, UK

Stipendien und Auszeichnungen

2000 ‘Premio del Golfo’, Biennale Europea di Arti Visive, La Spezia, Italy

1999 Prizewinner, John Moores 21, Walker Art Gallery, Liverpool, UK

Einzelausstellungen

2021
2020
2019
2018
2002

Gruppenausstellungen

2021
2020
2019
2018
2017
2002
Sammlungen (Auswahl)

Albright Knox Gallery, Buffalo, NY, USA

Birmingham Museum and Art Gallery, Birmingham, UK

Centro de Arte Contemporáneo de Malaga, Malaga, Spain

Collection Group e Lhoist, Brussels, Belgium

Denver Art Museum, Denver, CO, USA

Deutsche Bank Collection, UK

Es Baluard Museum, Palma de Mallorca, Spain

Fonds National d’Art Contemporain, Paris, France

Government Art Collection, UK

Jersey Museum, Jersey, Channel Islands, UK

Hirshhorn Museum and Sculpture Garden, Washington, DC, USA

Institut Valencià d'Art Modern, Valencia, Spain

Museum of Contemporary Art, Salzburg, Austria

Kunsthalle Weishaupt, Ulm, Germany

Museo de Bellas Artes de Asturias, Oviedo, Spain

Museum of Modern Art, La Spezia, Italy

NatWest Art Collection, UK

Saastamoinen Foundation, EMMA Museum, Espoo, Finland

Sara Hilden Art Museum, Tampere, Finland

Sprengel Museum, Hannover, Germany

Städtische Galerie Nordhorn, Germany

The Schaufler Foundation, Sindelfingen, Germany

Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Vienna, Austria

Wurth Collection, Kunzelsau, Germany