The Estate of Martin Disler, ‘Martin Disler – Malerei’
Martin Disler – Malerei
15. September—4. November 2017

Martin Disler – Malerei

15. September—4. November 2017
Buchmann Galerie
Pressemitteilung

Die Buchmann Galerie Berlin freut sich, eine Ausstellung mit Martin Disler (*1949 – 1996) anzukündigen.

 

In Zusammenarbeit mit dem Nachlass Martin Disler präsentieren wir großformatige Bilder, die in den letzten Schaffensjahren des Künstlers, den 1990er Jahren, entstanden sind, und großformatige Papierarbeiten aus der gleichen Zeit.

 

Mit rastloser Schaffenskraft arbeitete der Autodidakt Disler an Zeichnungen, Grafik, Skulptur und Malerei. Immer wieder stieß er in seinem Werk an seine eigenen physischen Grenzen. Nicht nur in dem 4,5 x 140 Meter grossen Monumentalgemälde Die Umgebung der Liebe oder in Stream of Eros, einem Wandgemälde für die Serpentine Gallery London 1985, verausgabte er sich, sondern auch in der mit 66 lebensgroßen Bronzeskulpturen angelegten Werkgruppe Häutung und Tanz oder der Sequenz Arbeiten für den langen nassen Weg mit 999 Aquarellen. Letztere gelangte aufgrund des frühen tragischen Todes des Künstlers nicht mehr zum Abschluss, befindet sich aber heute, 300 Arbeiten umfassend, in der Sammlung des Kunstmuseum Basel.

 

In seinem bildnerischen Werk bezog sich Martin Disler immer wieder auf literarische Texte. Er selber schuf parallel zu seinem bildnerischen Werk literarische Texte von eindringlicher Kraft und über ein Dutzend Künstlerbücher versah er mit Texten. 1980 erschien sein Roman Bilder vom Maler. Im September 2014 erschien posthum Die Versuchung des Malers. In seinen über 300 Aquarellen aus Arbeiten für den langen nassen Weg setzt er sich mit den Gedichten Fernando Pessoas auseinander.

 

Das in der Galerie präsentierte großformatige Bild Der Angespülte wird gefunden, zählt zu der rund 15 Acrylbilder umfassenden Werkgruppe Trios und Quartette aus 1994/1995, die alle das ungefähr gleiche Format 190 x 210 cm haben. Der Titel Trios und Quartette weist auf die Komposition hin, jeweils eine szenische Darstellung mit drei oder vier Figuren. Das Bild in der Ausstellung bezieht Disler zusätzlich auf einen konkreten Anlass, die Überschwemmungen in den niederländischen Provinzen Limburg und Gelderland, wo 1995 wegen des Hochwassers der Maas und Waal 250.000 Menschen evakuiert werden mussten.

 

Die Todesantizipation und die Momente eines großen Lebenshungers durchziehen Dislers Werk in gleichem Masse. Beides ist Ausdruck von Martin Disler’s Bemühen um die Schaffung allgemeingültiger Bilder zur Condition humaine.

 

Martin Disler war ein rastlos Reisender. Er lebte in New York, Zürich, Amsterdam, Lugano und zuletzt in Les Planchettes. Im Alter von nur 47 Jahren ist Martin Disler am 27. August 1996 an den Folgen eines Hirnschlags gestorben. Internationale Aufmerksamkeit erreichte er mit seiner legendären Ausstellung Invasion durch eine falsche Sprache in der Kunsthalle Basel 1980. Die folgenden Jahre beschieden ihm eine rasant wachsende Anerkennung.

 

Im Frühjahr diesen Jahres stellte das Musée d’Art et d’Histoire in Genf Druckgrafiken, Zeichnungen und Druckstöcke von Martin Disler aus. 2016 zeigte die Kunsthalle Bielefeld eine eindrückliche Werkschau mit Skulpturen, Malerei und Grafiken und publizierte einen Katalog. Die Buchmann Galerie vertritt den Nachlass von Martin Disler seit 2013.

 

Für weitere Informationen über den Künstler und für Bildmaterial können Sie sich gerne jederzeit mit der Galerie in Verbindung setzen. 

The Estate of Martin Disler, ‘Martin Disler – Malerei’

Nachlass Martin Disler

Geboren 1949 in Seewen/CH, gestorben 1996 in Genf.

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Sammlungen (Auswahl)

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Sammlung Barbier Müller Genf

Emanuel Hoffmann Stiftung, Basel

Kunstmuseum Basel

Kunstmuseum Bern

Kunsthalle Bielefeld

Kunsthalle Bremen, Bremen

Gottfried Keller Stiftung Zürich

Kunstmuseum Chur

Graphische Sammlung ETH, Zürich

Museum Folkwang, Essen

Groninger Museum, Groningen

Musée des Arts et Histoire, Genève

Kasseler Kunstverein, Kassel

Museum Kunst Palast, Düsseldorf

Musée des Beaux Arts, La Chaux-de-Fonds

Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg

Lenbachhaus, München

Stiftung Sammlung Marx, Hamburger Bahnhof Berlin

MoMA, New York

Musée des beaux-arts, Neuchâtel

Kunstmuseum St Gallen

Universität St.Gallen

Musée cantonal des Beaux Arts, Lausanne

Muséé des beaux-arts, Le Locle

Kunstmuseum Luzern

Sammlung Nationale Basel

Kunstmuseum Olten

Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen

Kunstmuseum Solothurn

Stedelijk Museum, Amsterdam

Tate Gallery, London

Sammlung Nationale Basel

Museum moderner Kunst, Wien

Graphische Sammlung Albertina, Wien

Kunstmuseum Zürich