Daniel Buren Peinture blanche 1965 - 1966
25 Oct—21 Dec 2002

Daniel Buren Peinture blanche 1965 - 1966

25 Oct—21 Dec 2002
Pressemitteilung

Die Buchmann Galerie freut sich, mit der Ausstellung „Peinture Blanche 1965-1966“ die bisher selten gezeigten frühen Arbeiten Daniel Burens in einer umfangreichen Ausstellung vereinigen zu können. Diese Arbeiten repräsentieren die für die Kunst Burens entschiedenen beiden Jahre, in denen Buren zu dem gelangt, was er selbst als „Malerei am Nullpunkt“ bezeichnet hat und was zugleich Ausgangspunkt ist für seine weitere Arbeiten, die in situ entstehen.

 

Insbesondere das Jahr 1965 läßt Monat für Monat, Arbeit für Arbeit Burens schrittweisen Abkehr von der konventionellen Malerei, seine Arbeit an einer Vorstellung der Malerei, die „nichts anderes sagt als was sie ist“, verfolgen. Buren entwickelt nach figurativen, tachistischen Anfängen zu Beginn des Jahres 1965 eine abstrakte Malerei, die geometrische und amorphe Formen gegeneinander stellt, dabei eine permanente Vereinfachung der Formen und eine Reduktion der Gestaltung vollzieht. Diese Reduktion läßt am Schluß allein Streifen übrig, die das Bildfeld durchziehen und von amorphen Rändern umrahmt werden. Die Streifen sind zunächst noch gemalt, sie sind mal vertikal, horizontal oder diagonal; und doch erkennt man hier bereits Burens Absicht, durch die repetitive Setzung der Streifen, darin den Shaped Canvases von Frank Stella vergleichbar, jegliche Repräsentation, jegliche Abbildfunktion der Malerei zu eliminieren und eine Malerei zu schaffen, die auf ihre grundlegenden Elemente, auf ihre Essenz, reduziert wird. 

 

Ende 1965 verwendet Buren zum ersten Mal industriell gefertigte Stoffe mit einheitlichen, 8.7 cm breiten, vertikalen Streifen, die zwischen weißen und farbigen Bahnen alternieren. Buren gelangt an den „Nullpunkt der Malerei“: Das Bild repräsentiert nicht, es verweist nur noch auf sich selbst, und es ist Objekt unter anderen Objekten in der Welt; es ist autonom und selbstreferentiell. 

 

Im darauf folgenden Jahr, also 1966, radikalisiert Buren diese Negation der Malerei noch einmal. Er entzieht seinen Bildern den Status von Gemälden, indem er sie von der Wand nimmt und auf den Boden stellt. Damit geht Buren weiter als Frank Stella, dessen Shaped Canvases – der Begriff des Canvas verdeutlicht dies – der Tradition des Tafelbildes verhaftet bleiben. Burens Arbeiten sind nunmehr Objekte, die die Selbstreferentialität durch den Verweis auf den Ausstellungsort und damit auf den Kontext der Kunst ergänzen. Die Arbeiten aus dem Jahr 1966 weisen so in das zukünftige Arbeiten Burens, die in situ entstehen.

 

Die Buchmann Galerie zeigt anhand einer großen Anzahl von Arbeiten diese Entwicklung zwischen dem Ende des Jahres 1965 und der Mitte des Jahres 1966, die für Buren wie auch für die Kunstgeschichte entscheidend waren.

Daniel Buren

Born 1938 Boulogne-Billancourt. Lives and works in situ.

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The Japan Art Association, Tokio

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