Daniel Buren voir se voir savoir / sehen sich sehen wissen
28 Sep—12 Nov 2005

Daniel Buren voir se voir savoir / sehen sich sehen wissen

28 Sep—12 Nov 2005
Buchmann Galerie
Press release

Die Buchmann Galerie Berlin freut sich, mit Daniel Buren (geb.1938 in Boulogne-Billancourt) die erste Ausstellung in ihren neuen Räumen in Berlin präsentieren zu können. In den letzten Jahren hat der ‘in situ’ lebende Künstler mit wichtigen Ausstellungen(u.a. Centre Georges Pompidou/ Paris 2003, Palais de Tokyo/ Paris 2004, Biennale de Lyon 2005, The Guggenheim Museum/ New York 2005, Art Circus Yokohama Triennale 2005) große internationale Aufmerksamkeit erfahren und ist nun seit langer Zeit wieder einmal mit einer Einzelausstellung in einer Berliner Galerie zu sehen. 

 

In den neuen situativen Spiegelarbeiten – insg. acht quadratische Werke, mit bis zu 350 x 350 cm Außenmaß – arbeitet Daniel Buren mit seinem zentralen Grundmotiv, den charakteristischen vertikalen Streifen von 8,7 cm. Die mit Spiegel und weißer Vinylfolie operierenden Arbeiten wirken als eine Art symbolische und funktionale Wiederkehr der Bildhaftigkeit, wie auch die scheinbare Entmaterialisierung des Objektes in die räumliche Struktur eines leeren Galerieraumes. Der leere Ausstellungsraum wird visuell vergrößert und die Spiegel erlauben dem Betrachter, den Ort kommunikativ und sehend neu zu erfahren. Der Rezipient wird durch seine Beobachtung selbst zum Gegenstand der Betrachtung und der Reflexion der veränderten Wahrnehmung des Bildkontinuums und erfährt so einen veränderten Zugang zu dem Raum. 

 

Seit über vierzig Jahren untersucht Buren das Verhältnis des Kontextes vom Inhalt zum Raum, indem er den Betrachter in die Neutralität des Ausstellungsraumes einzubeziehen versucht und dadurch neue räumliche Sichtweisen und Wahrnehmung als Reflexionsfläche bietet. Der durch die neue Betrachtung wahrgenommene Raum wird als Form und Struktur akzentuiert und mit der auf ein Minimum reduzierten geometrischen Formsprache versucht Buren durch ihre inhärente Kraft der gesamten Installation eine neue Raumdimension zu schaffen. 

 

Daniel Buren zählt zu den Begründern der Institutionskritik. Seine Arbeit begann Mitte der 60er Jahre als kritische Auseinandersetzung mit der traditionellen Malerei. Mit einem radikalen neuen Verständnis der Funktion und Aussagekraft von Malerei begann er 1966 erstmals mit seinen bis heute verwendeten 8,7 cm breiten Streifen zu arbeiten, die er fortan als sein “visuelles Werkzeug” bezeichnet und weltweit “in situ” eingesetzt hat. 

 

“Nicht das Werk, die künstlerische Arbeit, das Objekt, die Streifen selbst sind es, die betrachtet und für sich genommen werden wollen, sondern sie dienen als Werkzeug für einen bestimmten Zeck. Das visuelle Werkzeug ist nicht länger ein zu sehendes, anzusehendes Werk, sondern das Element, das erlaubt, etwas anderes zu sehen oder zu betrachten” [1]  

 

[1] Terminology, in: Metamorphoses-works in situ, Ausstellungskatalog Amherst (Massachusetts) 1987, p. 11 

zitiert nach Johannes Meinhardt, ‘Spaltung durch Kontakt. Daniel Burens sichtbare Brüche der Sichtbarkeit’, in: Daniel Buren, Katalog Staatsgalerie Stuttgart, 1990, p. 142

Daniel Buren

Born 1938 Boulogne-Billancourt. Lives and works in situ.

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The Japan Art Association, Tokio

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