Bettina Pousttchi World Time
11 Jun—28 Aug 2010

Bettina Pousttchi World Time

11 Jun—28 Aug 2010
Buchmann Galerie
Press release

Buchmann Galerie is pleased to announce the exhibition World Time with new works by the Berlin-based German-Iranian artist Bettina Pousttchi (b. 1971).  

 

In her monumental photo installation Echo (2009/2010), the artist created a photographic memory of the Palast der Republik on Schlossplatz in Berlin. Pousttchi has followed a similar concept with World Time by choosing another site in Berlin on which to base a new series of works. The World Time Clock on Alexanderplatz is the point of departure for a new series of photographs which a first part will be presented at Buchmann Galerie for the first time.  

 

For this series, Bettina Pousttchi photographed public clocks in cities throughout the world (Basel, New York, Istanbul, London, Shanghai). The group of work will be complete when at least one clock has been photographed in each time zone. The individual works will together form a type of “photographic world time clock”. 

 

Time zones were established in the mid-nineteenth century in connection with international railroad traffic. In the course of global mobility and the digitalization of communication and the associated implosion of time and space, these time boundaries could be almost considered anachronistic today. 

 

All the clocks in Bettina Pousttchi’s photo series display the same time. Considering our accelerated pace of life today, these photographs do not only, in effect, freeze a moment, but also create a type of imaginary, global simultaneity. The artist emphasizes the particular role photography plays in how we perceive time, and the associated medial construction of history and memory.  

 

Typically, the editing process introduces elements that transform the image, often in the form of horizontal black-and-white lines. Bettina Pousttchi comments on this: “The blurring in my photo works opens up a space of possibility for the imaginary. In this visual uncertainty lies the question of what reality is, if and how it is depicted, and how we perceive it.“ 

 

Pousttchi will show sculptural work along with the photographs. They are to be understood as a continuation of the sculpture shown at last year’s Venice Biennial: Cleared. The sculptural group Double Monuments (for Tatlin and Flavin) refers to Vladimir Tatlin’s utopian architectural model from the 1920s and to the Monuments for V. Tatlin, Dan Flavin’s well-known light works from the 1960s. 

 

The use of bent white powder-coated crowd barriers not only contains a formal association to Tatlin’s spiral tower, they also refer to the revolutionary spirit of that era, which dissolved existing structures in order to create a new world order.  

 

The cool, white fluorescent light is a reference to the material so associated with Dan Flavin. Yet, whereas Dan Flavin conceived Monuments for V. Tatlin as wall pieces, Bettina Pousttchi uses the tubes as freestanding elements in order to merge them into Tatlin’s sculptural structure. Double Monuments (for Tatlin and Flavin) is homage to an artist (Dan Flavin), who had paid homage to another artist (Vladimir Tatlin).  

 

Bettina Pousttchi doubles this principle in order to thus celebrate not only the basics principles of Modernism, but also to make one aware of the relevance history has for the past and the future.  

 

Within the context of the ART BASEL Art Public Projects, Bettina Pousttchi will be showing the 15 x 19 metre photo work, Basel Time II, from 14 to 20 June 2010 on the façade of Messehalle 1. This creates a visual echo of the public clock mounted on top of the main entrance to the fair’s exhibition halls.  

 

The artist’s new catalogue

Die Buchmann Galerie freut sich, die Ausstellung World Time mit neuen Arbeiten der in Berlin arbeitenden 

deutsch-iranischen Künstlerin Bettina Pousttchi (*1971) zu präsentieren.  

 

Nach ihrer monumentalen Fotoinstallation Echo (2009/2010) auf dem Berliner Schlossplatz, die den Palast der 

Republik mit fotografischen Mitteln quasi wieder auferstehen ließ, bildet diesmal ein anderer Ort in Berlin den 

Ausgangspunkt für die neue Fotoserie der Künstlerin. So gab die Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz 

den Ausschlag zu der neuen Fotoserie World Time, die hier erstmals in Teilen präsentiert wird.  

 

Bettina Pousttchi hat für diese Serie in verschiedenen Städten der Welt öffentliche Uhren fotografiert (Basel, 

New York, Istanbul, London, Shanghai). Die Werkgruppe wird erst dann abgeschlossen sein, wenn in allen 

Zeitzonen mindestens eine Uhr fotografiert wurde und die einzelnen Arbeiten zusammen somit eine Art 

„fotografische Weltzeituhr“ bilden.  

 

Nachdem die Zeitzonen erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem international 

verkehrenden Eisenbahnverkehr geschaffen wurden, erscheinen diese zeitlichen Grenzen schon heute im Zuge 

der weltweiten Mobilität und Digitalisierung der Kommunikation und der damit einhergehenden Implodierung 

von Zeit und Raum beinahe anachronistisch.  

 

Bei Bettina Pousttchis Fotoserie zeigen alle Uhren die gleiche Zeit an. Im Zeitalter von zunehmender 

Beschleunigung des Lebens wird so mit fotografischen Mitteln nicht nur die Zeit quasi angehalten, sondern 

auch eine Art imaginäre globale Gleichzeitigkeit hergestellt. Damit betont die Künstlerin die besondere Rolle 

von Fotografie im Hinblick auf die Zeitwahrnehmung und die damit verbundene mediale Konstruktion von 

Geschichte und Erinnerung.  

 

Die grossformatigen schwarz-weissen Fotografien sind mit der für Bettina Pousttchi typischen Unschärfe 

verfremdet, wozu sich die Künstlerin wie folgt äußert: 

 

„Die Unschärfen in meinen Fotos eröffnen einen Möglichkeitsraum des Imaginären. Darin liegt für mich die 

Frage beinhaltet, was Realität ist, ob und wie sie abbildbar ist und wie wir Wirklichkeit wahrnehmen.“ 

will be presented at the ART BASEL Art Salon on Sunday, 20  June at 2 p.m. The catalogue is published by Buchhandlung Walther König for the occasion of Pousttchi’s project for the façade of the Temporäre Kunsthalle Berlin (2009/2010). It includes texts by Diedrich Diederichsen, Tom McCarthy, Markus Miessen, Hans Ulrich Obrist, Angela Rosenberg, and Esther Ruelfs. 

 

Bettina Pousttchi was presented in 2003 and 2009 at the Venice Biennial. Her works were shown last year at the Kunstverein Hannover, Kunsthalle Mainz, Kunstmuseum Thun, and Kunstmuseum St. Gallen. Future exhibitions include the Lewis Glucksman Gallery, Cork, Ireland, and the Pori Art Museum, Pori, Finland. 

Pressemitteilung

Die Buchmann Galerie freut sich, die Ausstellung World Time mit neuen Arbeiten der in Berlin arbeitenden deutsch-iranischen Künstlerin Bettina Pousttchi (*1971) zu präsentieren.  

 

Nach ihrer monumentalen Fotoinstallation Echo (2009/2010) auf dem Berliner Schlossplatz, die den Palast der Republik mit fotografischen Mitteln quasi wieder auferstehen ließ, bildet diesmal ein anderer Ort in Berlin den Ausgangspunkt für die neue Fotoserie der Künstlerin. So gab die Weltzeituhr auf dem Berliner Alexanderplatz den Ausschlag zu der neuen Fotoserie World Time, die hier erstmals in Teilen präsentiert wird.  

 

Bettina Pousttchi hat für diese Serie in verschiedenen Städten der Welt öffentliche Uhren fotografiert (Basel, New York, Istanbul, London, Shanghai). Die Werkgruppe wird erst dann abgeschlossen sein, wenn in allen Zeitzonen mindestens eine Uhr fotografiert wurde und die einzelnen Arbeiten zusammen somit eine Art „fotografische Weltzeituhr“ bilden.  

 

Nachdem die Zeitzonen erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem international verkehrenden Eisenbahnverkehr geschaffen wurden, erscheinen diese zeitlichen Grenzen schon heute im Zuge der weltweiten Mobilität und Digitalisierung der Kommunikation und der damit einhergehenden Implodierung von Zeit und Raum beinahe anachronistisch.  

 

Bei Bettina Pousttchis Fotoserie zeigen alle Uhren die gleiche Zeit an. Im Zeitalter von zunehmender Beschleunigung des Lebens wird so mit fotografischen Mitteln nicht nur die Zeit quasi angehalten, sondern auch eine Art imaginäre globale Gleichzeitigkeit hergestellt. Damit betont die Künstlerin die besondere Rolle von Fotografie im Hinblick auf die Zeitwahrnehmung und die damit verbundene mediale Konstruktion von Geschichte und Erinnerung.  

 

Die grossformatigen schwarz-weissen Fotografien sind mit der für Bettina Pousttchi typischen Unschärfe verfremdet, wozu sich die Künstlerin wie folgt äußert: 

 

Die Unschärfen in meinen Fotos eröffnen einen Möglichkeitsraum des Imaginären. Darin liegt für mich die Frage beinhaltet, was Realität ist, ob und wie sie abbildbar ist und wie wir Wirklichkeit wahrnehmen.“ 

 

Zusammen mit den Fotoarbeiten werden auch neue Skulpturen präsentiert, welche als eine Art Weiterführung der im letzten Jahr auf der Biennale Venedig gezeigten Skulptur Cleared zu verstehen sind. In der Skulpturengruppe Double Monuments (for Tatlin and Flavin) bezieht sich die Künstlerin auf Vladimir Tatlin’s uptopisches Architekturmodell aus den 1920er und auf Dan Flavin’s berühmte Lichtarbeiten aus den 1960er Jahren, die Monuments for V. Tatlin

 

In der Verwendung der verbogenen und geknickten, weiß lackierten Absperrgitter liegt nicht nur eine formale Verbindung zu Tatlin’s spiralförmigem Turm, sondern sie lassen auch an die revolutionären Kräfte dieser Zeit denken, die existierende Strukturen losließen, um eine neue Weltordnung zu schaffen.  

 

Das kühle weiße fluoreszierende Licht schafft eine Verbindung zu dem Material, das Dan Flavin so nachhaltig einsetzte. Während Dan Flavin seine Monuments for V. Tatlin als Wandarbeiten konzipierte, setzt Bettina Pousttchi die Röhren als freistehende Elemente ein, um sie mit der skulpturalen Struktur Tatlins zu verschmelzen.  In diesem Sinne sind die Double Monuments (for Tatlin and Flavin) eine Hommage an einen Künstler (Dan Flavin), der eine Hommage an einen anderen Künstler (Vladimir Tatlin) geschaffen hat.  

 

Bettina Pousttchi verdoppelt dieses Prinzip, um auf diese Weise nicht nur die Grundlagen der Moderne zu memorisieren, sondern auch um bewusst zu machen, welche Relevanz Geschichte für die Gegenwart und die Zukunft hat.  

 

Im Rahmen von ART BASEL Art Public Projects zeigt Bettina Pousttchi vom 14. – 20. Juni 2010 die 15 x 19 m große Fotoarbeit Basel Time II an der Fassade der Messehalle 1. Diese wirft ein visuelles Echo der öffentlichen Uhr über dem Haupteingang der Messe.  

 

Bei ART BASEL Art Salon wird am Sonntag, den 20. Juni um 14:00 Uhr, der neue Katalog der Künstlerin Echo Berlin vorgestellt.  Die Publikation erscheint im Verlag der Buchhandlung Walther König anlässlich Pousttchis Projekt für die Fassade der Temporären Kunsthalle Berlin (2009/2010). Texte wurden von Diedrich Diederichsen, Tom McCarthy, Markus Miessen, Hans Ulrich Obrist, Angela Rosenberg und Esther Ruelfs beigetragen. 

 

Bettina Pousttchi war 2003 und 2009 auf der Biennale in Venedig vertreten. Letztes Jahr wurden ihre Arbeiten im Kunstverein Hannover, der Kunsthalle Mainz, dem Kunstmuseum Thun und dem Kunstmuseum St. Gallen gezeigt. Kommende Ausstellungen sind unter anderem in der Lewis Glucksman Gallery, Cork, Irland und dem Pori Art Museum, Pori, Finnland.  

 

Für weitere Informationen über die Künstlerin oder Bildmaterial können Sie sich gerne jederzeit mit der Galerie in Verbindung setzen. 

Bettina Pousttchi

Born 1971 in Mainz. Lives and works in Berlin.

Education
1999/2000 Whitney Independent Studio Program, Whitney Museum, New York
1995-1999 Kunstakademie Düsseldorf (with Prof. Gerhard Merz and Prof. Rosemarie Trockel)
1992-1997 Studies in philosophy, art and film history, Universities of Cologne and Bochum
1990-1992 Studies in Fine Art, Université de Paris 
Grants and Awards
2016 Villa Aurora, Los Angeles

2014

Wolfsburg Art Award

2008

TrAIN Research Center for Transnational Art, Identity and Nation, University of the Arts, London
2007 BBAX - Berlin Buenos Aires Art Exchange, Buenos Aires
2005 Provinzial Förderprojekt
2000 Kunststiftung NRW

 

Solo Exhibitions

2021
2020
2017
2016
2015
2014
2013
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000

Group Exhibitions

2021
2020
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
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2009
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2007
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2005
2004
2003
2002
2001
2000
1999
1998
Selected Collections

Hirshhorn Museum and Sculpture Garden Washington DC

Nasher Sculpture Center Dallas

Margulies Collection Miami

Rennie Collection Vancouver

The Arts Club of Chicago

The Phillips Collection Washington DC

Freybe Collection Vancouver

Nasher Collection Dallas

Albertina Vienna

Berlinische Galerie, Museum of Modern Art Berlin

Kunsthalle Bielefeld

Hall Collection New York

Blake Byrne/Skylark Foundation Los Angeles

Levine Collection Washington DC

Wemhöner Collection Herford/Berlin

Kadist Collection Paris

Collection of the Federal Republic of Germany

University of Cologne

Von-der-Heydt Museum Wuppertal

Absolut Art Collection Stockholm

Wolfsburg City Art Gallery

MMAG Foundation Amman