Bettina Pousttchi – Directions
10. September—30. Oktober 2021

Bettina Pousttchi – Directions

10. September—30. Oktober 2021
Buchmann Galerie
Pressemitteilung

 

Die Buchmann Galerie freut, sich zum Gallery Weekend Berlin eine Einzelausstellung mit neuen Arbeiten von Bettina Pousttchi anzukündigen.

 

Nach ihrer Ausstellung In Recent Years 2019/2020 in der Berlinischen Galerie, die einen umfassenden Überblick zum skulpturalen und fotografischen Werk der Künstlerin gab, der Installation Panorama im Kesselhaus des KINDL 2019/2020 und der grossen Fotoinstallation Amplifier diesen Sommer auf der Hauptfassade vom Konzerthaus Berlin, fokussiert sich die Ausstellung in der Galerie auf neue Skulpturen, Wandreliefs und Fotoarbeiten.

 

Bettina Pousttchi setzt sich in den neuen Arbeiten mit Objekten und Zeichensystemen des sich permanent verändernden Stadtraums als Lebensraum auseinander.

 

Directions ist der Titel einer neuen Werkgruppe der Künstlerin, die im Zentrum der Ausstellung steht. Dabei handelt es sich um eine Serie von Wandreliefs aus geschnittenem und farbig beschichtetem Stahl, deren Form sich von Strassenpfeilen herleitet. Diese Zeichensysteme des urbanen Raums, die oftmals nur unbewusst wahrgenommen werden, wirken wie aus ihrem Umfeld herausgeschnitten und in einen neuen Bedeutungszusammenhang gestellt. Mit leichtem Abstand zur Wand montiert, scheinen die Cut-out Objekte zu schweben. Die scharfkantige Form lässt sie oszillieren zwischen einer Art Piktogramm und einem Graffiti. Die regulative Funktion dieser Zeichen und ihr Einfluss auf die Bewegungsmöglichkeiten des Körpers werden in Frage gestellt, eine einzelne Richtung wird durch multiple Richtungen erweitert.

 

Die Serie Directions setzt das Interesse der Künstlerin an den Ordnungsstrukturen des öffentlichen Raums fort, so wie es bereits in anderen Werkgruppen, auch in der präsentierten Skulpturenserie Vertical Highways der Fall ist, die erstmals in der Berlinischen Galerie zu sehen waren. Die Skulpturen fertigt die Künstlerin aus Leitplanken, die sie mechanisch verformt und zu aufrecht stehenden Arbeiten zusammengefügt hat. Auch in der veränderten Form bleiben die einzelnen Leitplanken erkennbar und lassen erahnen, welche Kräfte auf sie eingewirkt haben. Die anthropomorphen Züge und die monochrome Farbigkeit verschmelzen die einzelnen Teile zu einer zusammenhängenden neuen Form. Die vertikale Ausrichtung der normalerweise horizontal verwendeten Leitplanken verändert die übliche räumliche Ordnung und verleiht den Skulpturen einen architektonischen Bezug. In der sequenziellen Verwendung des Ausgangsobjektes liegt eine konzeptuelle Verbindung zur Minimal Art und auch ein Bezug zu Marcel Duchamps Readymades. 

 

Die Fotoarbeit Column zeigt in subtilen Kontrasten die Basis einer monumentalen Steinsäule in annähernd originaler Grösse. Wie in ihren Fassadenarbeiten wird auch hier Fotografie im Maßstab von Architektur eingesetzt. Die Arbeit verbindet das Interesse der Künstlerin an architektonischen Strukturen, wie es auch in ihrer Fotoinstallation Amplifier am Konzerthaus Berlin diesen Sommer zu sehen war, mit ihrer eigenständigen fotografischen Bildsprache. Die Platzierung des langgestreckten Querformates am Boden und an die Wand gelehnt, verleiht der Fotografie einen installativen Charakter.

 

In Paris werden Mitte Oktober in den Jardin des Tuileries vor dem Musée du Louvre drei Skulpturen aus der Serie Vertical Highways im Rahmen des Ausstellungsprojekts Hors les Murs prominent präsentiert. Das Arp Museum in Remagen bei Bonn zeigt ab Dezember eine Einzelausstellung der Künstlerin anlässlich des Ankaufes und der permanenten Installation einer Skulpturengruppe am Rheinufer.

 

Für weitere Informationen können Sie sich gerne jederzeit an die Galerie wenden.

 

Die Ausstellung wurde gefördert von der Stiftung Kunstfonds / Neustart Kultur.

Bettina Pousttchi

Geboren 1971 in Mainz. Lebt und arbeitet in Berlin.

Ausbildung
1999/2000 Whitney Independent Studio Program, Whitney Museum, New York
1995-1999 Kunstakademie Düsseldorf (Prof. Gerhard Merz, Prof. Rosemarie Trockel)
1992-1997 Philosophiestudium, Kunst- und Filmgeschichte, Universität zu Köln und in Bochum
1990-1992 Kunststudium, Université de Paris 
Stipendien und Auszeichnungen
2016 Villa Aurora, Los Angeles

2014

Wolfsburg Art Award

2008

TrAIN Research Center for Transnational Art, Identity and Nation, University of the Arts, London
2007 BBAX - Berlin Buenos Aires Art Exchange, Buenos Aires
2005 Provinzial Förderprojekt
2000 Kunststiftung NRW

 

Einzelausstellungen

2022
2020
2015
2013
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001

Gruppenausstellungen

2022
2021
2020
2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
1999
1998
Sammlungen (Auswahl)

Hirshhorn Museum and Sculpture Garden Washington DC

Nasher Sculpture Center Dallas

Margulies Collection Miami

Rennie Collection Vancouver

The Arts Club of Chicago

The Phillips Collection Washington DC

Freybe Collection Vancouver

Nasher Collection Dallas

Albertina Vienna

Berlinische Galerie, Museum of Modern Art Berlin

Kunsthalle Bielefeld

Hall Collection New York

Blake Byrne/Skylark Foundation Los Angeles

Levine Collection Washington DC

Wemhöner Collection Herford/Berlin

Kadist Collection Paris

Collection of the Federal Republic of Germany

University of Cologne

Von-der-Heydt Museum Wuppertal

Absolut Art Collection Stockholm

Wolfsburg City Art Gallery

MMAG Foundation Amman